Autonomes Fahren

Das Zusammenspiel zwischen Mensch und Technik

 

Für viele von uns ist das kaum vorstellbar, doch autonomes fahren wird die Zukunft sein. Ein Computer, der komplett die menschlichen Fähigkeiten übernimmt?

 

Wie Funktion und Gesetz geregelt sind, erklären wir Ihnen.

Am 12 Mai 2017 beschloss der Bundesrat das neue Gesetz zum autonomen Fahren. Seitdem dürfen PKW´s oder LKW´s mit einem hoch- oder vollautomatisiertem Fahrsystem das Fahren, Steuern und Bremsen auf den Straßen übernehmen. Es muss jedoch ein Fahrer im Fahrzeug sein, der die Kontrolle im Notfall wieder übernehmen kann. Besonders im Falle eines Unfalls ist das eine wichtige Haftungsfrage.

Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte das automatisierte Fahren als größte Mobilitätsrevolution seit Erfindung des Automobils bezeichnet. Deutschland ist eines der ersten Länder weltweit, das hierfür einen Gesetzesrahmen schafft.

 

E-Mails checken oder Nachrichten schauen während der Fahrt?

Durch den hochautomatischen Roboter darf der Fahrer die Hände vom Steuer nehmen, um im Internet zu surfen, E-Mails zu checken oder um für die Klausur in der Uni zu lernen.

Eine sogenannte Blackbox zeichnet auf, wann der Fahrer oder das automatisierte System aktiv war. Für Fehler seitens des Systems, steht der Autohersteller in der Verantwortung.

 

Im Flugzeug ist der Autopilot schon der Regelfall, doch können wir Autofahrer uns auch darauf einlassen?

Eine Umfrage des TÜV Rheinland ergibt, dass sich mehr als drei Viertel der Deutschen autonomes Fahren in der Zukunft vorstellen können. Dies teilt sich jedoch extrem in verschiedene Altersklassen auf. Vielfahrer (ab 30.000km jährlich) und Autofahrer zwischen 18-29 Jahren stimmten mit 86 Prozent dem autonomen Fahren zu. Vor allem die Altersgruppe 60+ lehnt das Fahren mit autonomen Autos ab. Ein Unterschied zwischen den Geschlechtern ist jedoch nicht zu verzeichnen. Fahrer moderner Autos haben größeres Vertrauen zu den Autoherstellern als ältere Befragte. Doch auch hier steht die ständige technische Überwachung für alle Befragten an erster Stelle.

 

Der Autobauer BMW eröffnet in der Nähe von München ein Campus was speziell für die Entwicklung des autonomen Fahrens dient. Dort arbeiten rund 2.000 Ingenieure am Auto der Zukunft. BMW möchte bis 2021 das erste autonom selbstfahrende Auto vom Band rollen lassen.

 

  

In welche Stufen das denkende Auto bereits jetzt unterteilt ist:

 

Stufe 0 – Driver only: Es ist kein eingreifendes Fahrzeugsystem aktiv, sondern der Fahrer führt dauerhaft Längs- und Querführung aus.

Stufe 1- Assistent: Fahrer führt dauerhaft Längs- oder Querführung aus. System übernimmt jeweils andere Funktion.

Stufe 2 – Teilautomatisiert: Fahrer muss das System dauerhaft überwachen. System übernimmt Längs- und Querführung in einem spezifischen Anwendungsfall.

Stufe 3 – Hochautomatisiert: Der Fahrer muss das System nicht mehr dauerhaft überwachen, sondern nur in einem spezifischen Anwendungsfall.

Stufe 4 - Vollautomatisiert: Es ist kein Fahrer mehr erforderlich. Das System kann im spezifischen Anwendungsfall alle Situationen automatisch bewältigen.

Stufe 5- Fahrerlos: Das System bewältigt während der Fahrt alle Situationen automatisch.

 

Es scheint doch perfekt für den Feierabendverkehr. Entspannt Filme gucken oder schon in Gedanken zu Hause sein. Schon jetzt können uns viele Funktionen abgenommen werden:

Automatisiertes fahren, beschleunigen & bremsen

Angepasste Fahrzeuggeschwindigkeit

Abstandsregler

Vollautomatisierter Parkassistent

Notbremsassistent

Zielausfahrten an Autobahnkreuzen durch Navigation eigenständig abfahren.

 

 

Welche Vorteile hat dies für uns?

Im Durchschnitt verbringt jeder von uns knapp eine Stunde am Tag im Auto. Auch die Parkplatzsuche würde Zeit einsparen, denn die autonomen Autos sollen enger parken und durch dichtere Straßen fahren können. Zur heutigen Zeit kostet uns ein Kilometer knapp 0,40 Cent, mit einem autonomen Auto soll uns ein Kilometer nur noch 0,03 Cent kosten.

 

Die Vorteile im Überblick:

4 Billionen Euro im Jahr sparen

30% weniger Spritverbrauch

90% weniger Umfälle

Vor allem die niedrige Unfallquote ist wahrscheinlich ein überzeugendes Argument für autonome Autos, ebenso wie der niedrigere Spritverbrauch. Inwiefern sich unsere Fahrzeuge weiterentwickeln werden und welche Funktionen demnächst beim Autofahren vom Fahrzeug selbst übernommen werden, bleibt abzuwarten.